Digitalisierung macht Berufsausbildung spannend

Nachwuchsstiftung Maschinenbau

Digitalisierung und Vernetzung sind die Top-Themen der Industrie und damit der EMO Hannover 2019, die unter dem Motto Smart technologies driving tomorrow’s production! im September ihre Tore öffnet. Das strahlt aus bis in die Berufsausbildung künftiger Fachkräfte in der Metallbearbeitung. „Fachkräfte in der Produktion werden viel selbständiger arbeiten müssen“, beschreibt Peter Bole, Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau in Bielefeld, die wünschenswerten Qualifikationen. „Sie sind immer stärker gefragt, eigene Entscheidungen zu treffen, etwa in der Prozessoptimierung, Qualitätssicherung oder der vorbeugenden Wartung, und diese auch zu dokumentieren. Sie müssen mehr kommunizieren, weil der Abstimmungsaufwand zunimmt, und sie müssen selbständig steuern“, erläutert Bole weiter. Dies alles sei eine wichtige Entwicklungsaufgabe für die Beteiligten in der Berufsausbildung, für Lehrer, Ausbilder und nicht zuletzt die Auszubildenden selbst.

Auf der EMO Hannover 2019 können sich vom 16. bis 21. September erneut rund 4.000 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern über die Ausbildung in den Metallberufen und deren Anforderungen informieren. Die Jugendlichen kommen aus rund 50 Schulen in einem Umkreis von etwa 250 Kilometer rund um Hannover, aus Niedersachsen, Sachsen, Thüringen und vereinzelt auch aus Bayern. Sie sind zu Gast auf dem Sonderstand Jugend der Nachwuchsstiftung Maschinenbau in Halle 25, A01. Gemeinsam mit 18 namhaften Partnern, – das sind Maschinenhersteller, Steuerungsanbieter, Werkzeug- und Komponentenhersteller, – präsentiert die Nachwuchsstiftung Maschinenbau am Beispiel einer kompletten Prozesskette, wie ein Formel-1-Modellwagen von der Idee über die Fertigung bis zur Montage hin entsteht. Mit dabei sind die Firmen AutoDesk, München; Beckhoff Automation, Verl; Campus Motorsport, Hannover; DMG Mori Academy, Bielefeld; DMT Drehmaschinen Lörrach; Emco, Hallein in Österreich; Fanuc Deutschland, Neuhausen; Werkzeugfabrik Paul Horn, Tübingen; Dr. Johannes Heidenhain, Traunreut; HorsePower Hannover, Garbsen; Imsimitiy, St. Georgen; Index Werke, Esslingen; Open Mind Technologies, Weßling; Renishaw, Pliezhausen; Schunk, Lauffen/Neckar; Siemens, Erlangen; SolidCAM, Schramberg und Weiler, Emskirchen.

Nachwuchsstiftung Maschinenbau: Auszubildende und Ausbilder müssen neue Herausforderungen stemmen

„Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, dass Auszubildende als Ausbildungsbotschafter auftreten“, erläutert Andre Wilms, Standortleiter Nord der Nachwuchsstiftung Maschinenbau und verantwortlich für die Organisation der Sonderschau Jugend. „Sie haben auch dazu beigetragen, unseren Messeauftritt weiterzuentwickeln. So wurde beispielsweise die Prozesskette für den Bau des Formel-1-Modellwagens, die Jugendliche immer spannend finden, erweitert auf einen motorisierten ferngesteuerten Formel-1-Wagen, der in Rennen gegen andere Gruppen antreten kann“, so Wilms weiter.

Ein anderes wichtiges Ziel der Nachwuchsstiftung Maschinenbau, die im Juni dieses Jahres ihr 10jähriges Bestehen gefeiert hat, neben der Ansprache von Jugendlichen ist die Unterstützung von Ausbildern und Lehrern bei der Ausbildungsgestaltung auf Basis neuster technologischer Entwicklungen. Eine Qualifizierungsoffensive, die beispielhaft für Ausbilder und Lehrer in Nordrhein-Westfalen konzipiert wurde, wird am Jugendsonderstand auf der EMO Hannover vorgestellt. Sie verdeutlicht die Prozesse entlang der Wertschöpfung eines Produktionsnetzwerks der Smart Factory. In acht Modulen werden Themen, die durch Industrie 4.0 immer wichtiger werden, sehr praxisorientiert vermittelt: Prozessanalyse, IT Security, Smart Maintenance, CAx-gestützte Fertigung, additive Produktion, vernetzte Fertigungssysteme, intelligente Produktion mit CPS, Arbeit 4.0: Organisation von Arbeitsprozessen. „Als Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe ist es uns ein Anliegen, Fachkräften und insbesondere Auszubildenden inmitten des digitalen Wandels einen Wissenstransfer zu ermöglichen, der in der Praxis umsetzbar ist. Die angebotenen Modulreihen bieten hierfür eine sehr gute Plattform, an der wir uns mit Engagement beteiligen“, urteilt Dr. Benedikt Nolte, IWT Institut e.V., Lemgo, Entwicklungspartner für die Qualifizierungsoffensive.

„Inmitten der vielfältigen Veränderungen in der Arbeitswelt sorgt eine moderne, flexible Berufsausbildung dafür, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig mit der Digitalisierung Schritt halten können“, ist Peter Bole überzeugt. „Das ist auch die Grundlage dafür, dass die Unternehmen, egal ob Hersteller oder Anwender von Produktionstechnik, diese Veränderungen ebenfalls bewältigen und für sich nutzen können. Dabei wollen wir sie unterstützen.“

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